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Herzlich willkommen am Rainer-Maria-Rilke-Gymnasium Icking

3. Ickinger Wissenschaftssymposium: "Burn out Erde - Der erschöpfte Planet"

Vollständiger Bericht über die Veranstaltung (pdf)

Am Freitag, den 8. Juli 2016, fand das 3. Ickinger Wissenschaftssymposium unter dem Titel „Burn out Erde – Der erschöpfte Planet“ statt. Knapp 60 Schülerinnen und Schüler der Jahrgangsstufen 9 bis 11 der Gymnasien Icking, Geretsried und Schäftlarn erhielten in Vorträgen und Workshops von vier Wissenschaftlern aus unterschiedlichen Arbeitsfeldern Informationen zum Zustand unseres Planeten und erarbeiteten Ursachen und Hintergründe.

Inhaltlicher Schwerpunkt das Symposiums waren Ursachen und Folgen des Klimawandels, sowie exemplarisch für weitere Problemfelder wie Artensterben, Überfischung der Meere und Versteppung durch Überweidung, der Raubbau an den tropischen Regenwäldern.

Prof. Dr. Seiler, Emeritus der Universität Augsburg und ehemaliges Mitglied zweier Enquête-Kommissionen des Deutschen Bundestages, berichtete über den Sachstand des Klimawandels. Seit der vorindustriellen Zeit hat sich die Erde bereits um 1.2 °C erwärmt. Aufgrund der Trägheit der atmosphärischen Prozesse werden, auch wenn heute noch die gesamten anthropogenen CO2-Emissionen gestoppt würden, noch mindestens 0.3 °C in den nächsten 30 Jahren dazu kommen. Damit kann das globale Klimaziel, das in diesem Jahr in Paris beschlossen wurde – eine Begrenzung der Erderwärmung auf max. 2 °C – nur durch große Kraftanstrengungen und ein aktives Herausfiltern von CO2 aus der Atmosphäre erreicht werden. Alle dafür notwendigen Erkenntnisse, Maßnahmen und Techniken stünden dafür theoretisch zur Verfügung. Warum die notwendigen politischen Beschlüsse und individuellen Verhaltensänderungen aber so schwierig sind, thematisierte Herr Loster, Geschäftsführer der Munich Re Foundation und Teilnehmer an UN-Klimaschutzverhandlungen, in seinem Workshop „Quo vadis Erde“. Neben persönlichen Einschränkungen ist der Ausgleich der Bedürfnisse zwischen Generationen (vertikal) und den Volkswirtschaften global (horizontal) aufgrund der sehr unterschiedlichen Ausgangslagen sehr schwierig. So ist z. B. China zwar inzwischen weltgrößter Emittent von Treibhausgasen, hat aber  historisch gesehen im Vergleich zu den „alten Industrieländern“ bisher nur einen geringen Anteil zur Klimaveränderung beigetragen. Zudem wurden in einer globalisierten Welt große Mengen an CO2-Emissionen mit der Produktionsverlagerung von Waren für den amerikanischen oder europäischen Markt nur in die Entwicklungsländer verlagert. Da nach Meinung von Prof. Dr. Seiler und Herrn Loster das „2 °C – Ziel“ wohl nicht erreicht werden wird, müssen sich die Länder der Welt intensiv mit sog. Resilienz-Strategien beschäftigen, d. h. sich an die ändernden Klima- und Wetterbedingungen anpassen. Aber auch Flucht, Kriege und Binnenmigration werden, mittelbar wie unmittelbar durch den Klimawandel verursacht,  gravierende Veränderungen der politischen und sozialen Bedingungen nach sich ziehen.

Der vollständige Bericht über die Tagung kann hier heruntergeladen werden.