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"Projekt Unitag- Hochschulluft schon in der Schule schnuppern"

Das Projekt Unitag ist Teil der Hochbegabtenförderung im Bezirk Oberbayern. In jedem Semester erhalten 30 besonders leistungsfähige Schülerinnen und Schüler an der TU- oder LMU-München die Gelegenheit ein "studium generale" zu absolvieren. Jeden Freitag verbringen sie dazu an der Uni und besuchen Vorlesungen, Praktika und Übungen in unterschiedlichen Fachbereichen. Neben vertieften Einblicken in den Hochschulalltag erweitern sie ihr Wissen und erwerben zusätzlich erste ECTS-Punkte, die auf ein späteres Studium angerechnet werden können.

Im vergangenen Semester erhielt Rebekka Peis die Chance zur Teilnahme, über die sie einen Bericht erstellt hat.

Projekt „Unitag“ an der LMU

Studieren oder an die Uni zu gehen klingt selbst in der Oberstufe noch sehr fern und unnahbar. Viele Schüler haben schon Ideen für die Zeit nach dem Abitur und – sofern sie diesen Weg einschlagen – Pläne für ein mögliches Studium. Dennoch kann man nicht wirklich einschätzen, wie das Leben an der Uni oder eine Vorlesung abläuft. Diese Möglichkeit bot sich mir im Rahmen des Projekts „Unitag“, bei dem ich jeden Freitag im gesamten Wintersemester die Ludwig-Maximilians-Universität in München besuchen durfte. Nachdem ich im September meine Bewerbung mit Motivationsschreiben und einigen Urkunden abgegeben hatte, stieg meine Begeisterung sehr an, als ich zwei Wochen später eine Zusage erhielt. Ich hatte zudem das Glück, dass meine beste Freundin vom Gymnasium Geretsried auch zu dem Projekt angenommen wurde, was die Nervosität und Angst vor dem ersten Tag beträchtlich senkte. Am 20. Oktober gelangte ich so nach einer einstündigen Fahrt mit S- und U-Bahn erstmals in das gewaltige Hauptgebäude der LMU. Nach kurzer Zeit stellte sich schon heraus, dass meine Angst völlig umsonst und ich nicht die einzige nervöse Schülerin inmitten einer Gruppe von 30 anderen Schülern war. Das Programm des Unitags wurde mit einem Vortrag über die Geschichte der LMU, einer Führung durch das Gebäude und einer Einführung in die Universitätsbibliothek eröffnet. Erst am Nachmittag begann das „studium generale“, das ich in den kommenden Wochen absolvieren sollte. Beginnend mit Philologie, folgte ein Tag mit zahlreichen Experimenten und einer Vorlesung von Harald Lesch im Studienbereich Physik. Während der folgenden Freitage schlossen sich Geisteswissenschaften, wie Theater- oder Musikwissenschaften, sowie Informatik und eine lange herausfordernde Vorlesung eines Mathematikprofessors an, die stark an meinen eigentlichen Plänen, Mathe zu studieren, rüttelte. Weiter im Programm folgte das Studienfach Biologie mit einem sehr interessanten Laborpraktikum über die DNA und die Wirtschafts- als auch Sozialwissenschaften. Nach den Winterferien gewann ich Einblicke in die Psychologie, Pädagogik und die Geo- und Rechtswissenschaften. Auch der Tag im Bereich Medizin begeisterte mich mit vielen praktischen Übungen, bei denen ich an klinischen Simulationsmodellen einen operativen Eingriff unter der Bauchdecke oder das Nähen einer offenen Fleischwunde praktizieren durfte. Die Zeit an der Uni schloss mit einem Tag Geisteswissenschaften, einem Studienorientierungsworkshop und der Abschlussveranstaltung am Freitag vor den Faschingsferien. Bei diesem Abschluss erhielt nach verschiedensten Vorträgen jeder Schüler und jede Schülerin aus unserer Gruppe ein Zertifikat. Dieses garantiert neben der Teilnahme am Unitag auch 3 ECTS-Punkte, die im Rahmen eines Bachelor-Studiums gesammelt werden. Jedoch sei hier angemerkt, dass für einen Bachelorabschluss 180 dieser Punkte nötig sind.

Die Zeit an der Universität schenkte mir nicht nur diese materielle Erinnerung, sondern auch viele unvergessliche Einblicke und Eindrücke, die in mir eine so große Begeisterung entfachen, dass ich sofort anfangen möchte zu studieren. Nebenbei bot sich hier für besonders leistungsstarke Schüler, so Prof. Dr. Markus Janka, auch die Möglichkeit einmal Fragen zu stellen, die über den normalen Schulunterricht weit hinaus führen. Prof. Dr. Jörg Schwarz riet unserer Gruppe, genau das zu studieren wofür wir leidenschaftlich „brennen“, denn nur dadurch kämen wir in unserem Studium und späteren Leben wirklich voran.

Letztendlich verbleibt mir nur,  trotz der vielen Fehlstunden, dem nachzuholenden Stoff, den Nachmittagen an Freizeit, die ich an der Uni verbracht habe und anderen kleinen Komplikationen, jedem, dem sich die Chance ergibt an diesem Projekt teilzunehmen, ans Herz zu legen, diese  auch wahrzunehmen. Denn diese Möglichkeit über den „Tellerrand“ des normalen Schullebens zu schauen, erhält man nur selten. In diesem Sinne danke ich auch meinen Freunden, Lehrern, der Schule und allen weiteren Personen, die mir mit ihrer Unterstützung diese bedeutsame Chance des Unitags ermöglicht haben.

 

                                                                                    Rebekka Peis, Q11