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Herzlich willkommen am Rainer-Maria-Rilke-Gymnasium Icking

Dreigroschenoper - Bericht der Schauspieler

“Dieses Mal wird es groß - wir spielen die Dreigroschenoper”. Niemand wusste so richtig, was damit gemeint war. Nachdem wir uns alle informiert hatten, stellten wir fest, dass es, obwohl der Titel es so beschreibt, keine Oper, sondern ein Theater mit Gesang ist, welches die schrägen, untypischen und atonalen Melodien von Kurt Weill repräsentieren.  Und der erste Eindruck von der Musik war für viele zugegebenermaßen erstmal sehr gewöhnungsbedürftig. Doch genau dieser verrückte Stil machte das Projekt so besonders und schnell hatten wir uns darin verliebt und konnten es kaum erwarten. Dass sich dieses Projekt von den vorherigen Projekten unterschied, machte sich schon dadurch bemerkbar, dass wir systematisch für die Rollen gecastet wurden, was sehr aufregend war. Die viele Vorarbeit, die unsere Lehrer schon geleistet hatten, kam für uns oftmals erst als Ergebnis zum Vorschein, wir durften aber trotzdem stets neue Ideen einbringen. Nach Verteilung der Rollen begannen wir vor gut einem Jahr mit den Proben und Gesangsstunden. Diese ganzen Texte und Melodien begleiteten uns ständig, egal ob während der Proben oder in unseren normalen Alltag, sogar unser Umfeld hatte teilweise schon Ohrwürmer von unseren Songs, bevor die Aufführungen überhaupt losgingen. Anfangs waren wir noch sehr mit der Rollenfindung beschäftigt und gaben unser Bestes, uns in die jeweiligen Rollen hineinzufinden und persönliche Charaktere zu erschaffen, was sich nicht immer einfach gestalten ließ, wobei uns die Lehrer viel persönlichen Freiraum ließen. Alles verlief sehr chaotisch, bis kurz vor Weihnachten, durch unsere Theaterwoche in Mittenwald, auch die schwierigsten Szenen endlich Gestalt annahmen. In dieser Woche wurden wir alle zu “Theaterjunkies”: Während einige probten, die Band ihre Stücke und die Tänzerinnen ihre Choreographie übten, schrieben andere das Programm und gestalteten das Plakat und unsere Requisiten. Doch besonders diese tolle Gemeinschaft, dieses große Team, das wir wurden, die neuen Freundschaften, die entstanden, die vielen wärmenden Teetassen, die Späße zwischendurch, unsere lieben Theaterlehrer und das gemeinsame Beisammensein nach einem langen, anstrengenden Tag, gaben uns die nötige Kraft für den neuen und machten es zu einer einzigartigen Erfahrung.

Eine Woche vor den Aufführungen wurde unsere Turnhalle endlich zu unserer Theaterwelt und alles schien auf einmal so real. Von der riesigen Hauptbühne, dem hohen Gerüst und der tollen Nebenbühne wurden unsere Erwartungen mehr als erfüllt. Das letzte Probenwochenende machte umso mehr Spaß und ließ nochmal alle enger zusammenwachsen, da wir endlich unsere Bühnenwege kannten, welche mit dem hervorragenden Licht der Technik kombiniert endlich vollständig wurden. Alle waren darauf fixiert ihre Aufgaben perfekt zu machen. Von früh morgens bis spät in die Nacht verbrachten wir viele Stunden in unserer, plötzlich so veränderten Turnhalle und hielten dem Stress trotz Auf und Abs stand. Wahnsinnige Vorfreude und Aufregung lagen schon in der Luft und waren spürbar.

Die drei Aufführungen waren für alle total aufregend! Obwohl mal ein Einsatz verpasst wurde, einige Sänger mit ihren kranken Stimmen kämpfen mussten oder ein Licht nicht anging, wurden sie alle super! Das Adrenalin und die große Freude am Projekt halfen dabei. Viel zu schnell waren die Aufführungen vorüber und eine Welle von Freude, Erleichterung, aber auch Trauer überkam uns. Doch unser Ziel haben wir erreicht: Wir hatten uns k.o. gespielt, Leute begeistert, unsere Turnhalle dreimal bis auf den letzten Stuhl gefüllt und sogar die Presse berichtete: “Vor einer Organisationsleitung, die hinter einer so professionellen Inszenierung von mehr als drei Stunden steckt, darf man Respekt haben”. Erst dann wurde uns wieder klar, wie gigantisch dieses Projekt war, was wir manchmal durch das ständige Proben vergaßen. Somit schlossen wir mit einem lachenden und einem weinenden Auge, neuen Freundschaften, einem perfekten Team und einer noch größeren Leidenschaft für das Theater dieses Projekt ab.

 

Vielen Dank Frau Rottengatter, Frau Reigl und Herr Haider für diese schöne Zeit!