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Podiumsdiskussion im Historischen Kolleg

Am Freitag, den 4. Mai, besuchte eine kleine Gruppe von Schülern des Politik- und Zeitgeschichte-Kurses von Herrn Gerdes, zusammen mit Frau Seiser, eine Podiumsdiskussion in den Räumlichkeiten des Historischen Kollegs in München. Es diskutierten Herr MdB Dr. Norbert Röttgen, ehemaliger Bundesminister für Umwelt, Naturschutz und Reaktorsicherheit, Mitglied der Unionsfraktion und Vorsitzender des Auswärtigen Ausschusses im Bundestag, sowie Herr Prof. Dr. Christoph Kampmann, Professor an der Universität Marburg und einer der renommiertesten Wissenschaftler auf dem Gebiet der Geschichte des Dreißigjährigen Krieges. Die Themenstellung lautete „Der Dreißigjährige Krieg und die Gewalt-Eskalation im Nahen und Mittleren Osten heute: Was können Versuche der Konfliktlösung aus der Geschichte lernen?“

Zunächst stellten die Podiumsgäste ihre Fachgebiete, den Dreißigjährigen Krieg und den Nahost Konflikt dar. Hierbei, und im Laufe der anschließenden Diskussion, erhielten wir Schüler einen Einblick in eine Auseinandersetzung mit einem Thema auf wissenschaftlichem Niveau. Herr Dr. Röttgen und Herr Prof. Dr. Kampmann diskutierten die komplexe Lage mit sehr hohem Fachwissen, was die Veranstaltung für uns besonders interessant machte. Anfangs zogen sie Parallelen zwischen den Konflikten, wie beispielsweise die Religion als „Treibstoff“ des Krieges, oder die hohe Anzahl der Kriegsparteien, welche durch Ihre vielen unterschiedlichen Interessen einen Frieden nahezu unmöglich machen. Unter dem Motto „aus Geschichte lernen“ erörterten sie anschließend, welche Rolle die Geschichte in der heutigen Außenpolitik spielt und inwieweit der Westfälische Frieden ein Vorbild für den Nahost-Konflikt sein könnte. An dieser Stelle unterstrich Herr Dr. Röttgen die Wichtigkeit der Geschichte für das außenpolitische Handeln der Politiker. Im Weiteren legte er dar, dass ein vergleichbares Modell zum Westfälischen Frieden durchaus im Nahen und Mittleren Osten zum Frieden führen könnte. Zu meiner persönlichen Überraschung schlug der Bundestagsabgeordnete Deutschland als Verhandlungsführer vor. Dies begründete er mit der Wertschätzung deutscher Diplomatie auf internationaler Ebene, zusätzlich führte er an, dass Deutschland im Gegensatz zu Frankreich nicht in den Krieg involviert sei.

Am Ende der Veranstaltung wurde die Diskussion für das Publikum geöffnet. Zur Verwunderung meiner Mitschüler bestand dieses hauptsächlich aus promovierten Fachleuten, welche mindestens ein Buch zum Thema der Podiumsdiskussion geschrieben hatten und entsprechende Fragen stellten. Zusammengefasst war es eine sehr erfahrungsreiche Veranstaltung, von deren Art man sich nur weitere wünschen kann.

(Bericht von Ludwig Kränzlein, Q11)