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Holocaust-Zeitzeuge Abba Naor am Rainer-Maria-Rilke-Gymnasium

Am 18. November 2019 kam der Holocaust-Zeitzeuge Abba Naor zu einem Besuch an das Rainer-Maria-Rilke-Gymnasium, um vor den Schülerinnen und Schülern der Q12 sowie Zehntklässlern von seinen erschütternden Erlebnissen während der NS-Schreckensherrschaft zu erzählen. Die Erzählungen über die Zeit als Jugendlicher im jüdischen Ghetto seiner litauischen Heimatstadt Kaunas, im Konzentrationslager Stutthof sowie die Schilderungen der unmenschlichen Zwangsarbeit im KZ-Außenlager Utting erschütterten die Schülerinnen und Schüler. Eindringlich schilderte Herr Naor etwa die unmenschlichen Bedingungen seiner Zeit im Ghetto, wo er miterleben musste, wie Kinder erschossen wurden, da sie einkaufen wollten. "Nur die Hoffnung war erlaubt", beschrieb er die furchtbaren Zustände, in der über Jahre der Hunger und die Angst über Jahre seine ständigen Begleiter gewesen seien. 1945 passierte Herr Naor als 17-Jähriger bei einem Todesmarsch, der ihn von Dachau nach Waakirchen führte, in Dorfen die Gegend um die Schule - völlig entkräftet, vom Hunger ausgemergelt und in Fetzen gekleidet. "Mit 17 Jahren war ich ein alter Mann" beschrieb er seine Situation. Es sei eher ein Zufall gewesen, dass er überlebt hätte: Seine Mutter und seine beiden Brüder hat Herr Naor verloren, seinen Vater erst spät wiedergefunden.
Die zahlreichen Fragen der Schülerinnen und Schüler beantwortete Herr Naor ausführlich. Eindringlich warnte er sie vor falschen Propheten und solchen, die die Schrecken der NS-Schreckensherrschaft relativieren wollten. Er forderte sie nachdrücklich dazu auf, sich in ihrem Leben für die Freiheit einzusetzen und nie zu vergessen, dass alle Menschen - unabhängig von ihrem Glauben oder ihrer Herkunft - gleich seien.

Zum Bericht der Süddeutschen Zeitung, 19.11.2019 (externer Link)