Austauschbegegnung mit Ungarn im April 2026
Ende April fuhr eine Gruppe von siebzehn Schülerinnen und Schülern der 9. und 10. Klassen unseres Gymnasiums nach Pécs in Ungarn, ans Klára-Leöwey-Gimnázium. Mit diesem Gymnasium ist das Rainer-Maria-Rilke Gymnasium schon seit Jahrzehnten eng verbunden. Der Austausch fand als Erasmus+ Projekt zum Thema kulturelle Vielfalt statt. Begleitet wurde die Gruppe von Lisa Bayerlein und Gabriele Schneider.
Vor Ort beschäftigten sich die Schülerinnen und Schüler gemeinsam mit ihren ungarischen Partnern sehr engagiert mit der kulturellen Vielfalt in Gegenwart und Geschichte der Stadt. Hierzu recherchierten die Schüler sowohl in der Schule als auch an außerschulischen Lernorten und kamen mit zahlreichen Vertretern von Minderheiten und Experten ins Gespräch.
In dem Dorf Liptód erfuhr die Austauschgruppe beispielsweise mehr über die Geschichte der Ungarndeutschen in der Region. In der Synagoge von Pécs sprachen die Schülerinnen und Schüler nach einer Einführung in die Geschichte der jüdischen Gemeinde von Pécs mit deren Vorstand. Am Gandhi Gimnázium – dem einzigen von und für Roma gegründeten Gymnasium Europas – tauschten sie sich mit Lehrkräften und Schülern über die Schule und die Situation von Roma in Ungarn aus. In den Tagen zuvor hatten wir immer wieder selbst erlebt, wie weitverbreitet Vorurteile gegen Roma in der ungarischen Mehrheitsgesellschaft nach wie vor sind. Am Gandhi-Gimnázium lernten wir nun Menschen kennen, die sich schon seit Jahrzehnten dafür einsetzen, die Situation von Romafamilien durch Bildung und gezielte Förderung zu verbessern und die Sichtweise der Mehrheitsgesellschaft zu verändern. Außerdem begaben wir uns auf die Spuren der osmanischen Geschichte der Stadt.
Aus den während der Projektarbeit gesammelten Ergebnisse und Erfahrungen gestalteten die Schülerinnen und Schüler gemeinsam mit ihren ungarischen Partnern kurze Audiofeatures und kleine Videos. Da wir nur fünf Tage nach dem Wahlsieg Péter Magyars über Viktor Orbán Fidesz Partei in Ungarn ankamen, erfuhren wir in vielen Gesprächen aus erster Hand, wie unglaublich erleichtert und hoffnungsfroh viele Menschen nun in die Zukunft ihres Landes blicken. Auch dies machte die Austauschbegegnung zu einem besonders positiven Erlebnis, das uns allen sicherlich lange in Erinnerung bleiben wird.
(Gabi Schneider, Erasmus+ Koordinatorin)