Rückbesuch der Ungarn im September 2026

Spuren der Geschichte in Oberbayern:
Verfolgung und Überleben am Beispiel europäischer Juden und Roma und Sinti

Was genau passierte während und nach dem Zweiten Weltkrieg in Oberbayern? Wie überlebten die von den Nationalsozialisten Verfolgten deren Regime und wie ging die Mehrheitsgesellschaft in den Jahrzehnten nach dem Krieg mit ihnen um?

Diesen Fragen gingen Schülerinnen und Schüler der 10. und 11. Klassen unseres Gymnasiums in Icking Mitte September im Rahmen einer Erasmus+-Gruppenaustauschbegegnung gemeinsam mit ihren Partnern aus dem Klára-Leöwey-Gimnázium in Pécs (Ungarn) nach. Währen dieser Begegnung besuchten die Schülerinnen und Schüler die Gedenkstätte Dachau und den Erinnerungsort BADEHAUS und nahmen außerdem an einer Führung über die Geschichte von Roma und Sinti in München teil, um mehr über die Verfolgung und das Überleben europäischer Juden, Roma und Sinti im Dritten Reich zu erfahren. Die dabei gewonnenen Eindrücke wurden in Workshops in der Schule reflektiert und diskutiert sowie durch Einführungs- und Rechercheeinheiten vertieft. Ein Teil der Ergebnisse unserer Recherchearbeit floss in die Ausstellung „Roma und Sinti in Europa“ ein. In dieser stellten die Schülerinnen und Schüler aus Icking und Pécs berühmte europäische Roma und Sinti vor: zum Beispiel

Weitere Ergebnisse der Schülerarbeiten und allgemeine Informationen finden Sie hier:

Die Ausstellung war bis Ende Oktober für alle Schülerinnen und Schüler sowie Lehrkräfte im PZ zu sehen. Grundlage unserer Recherchen waren die sehr sehenswerte und bewegende ARD/HR-Doku „Der lange Weg der Sinti und Roma“ sowie das Buch „Die Roma“ von Madeleine Potter.

Durch die Projektarbeit konnten wir alle dazulernen, Perspektiven wurden geweitet, und hoffentlich auch das ein oder andere Vorurteil revidiert.

Wir danken allen am Projekt beteiligten Schülerinnen und Schülern für ihr großes Engagement, den Familien für ihre Gastfreundschaft und Offenheit, den Geschichtslehrkräften Sarah Ehrmann, Claudia Eyl und Emanuel Rüff für die große Expertise und Professionalität, mit denen sie das Projekt begleitet haben, dem Ickinger Kollegium für seine Bereitschaft, Projekte wie dieses mitzutragen, und der EU für die finanziellen Mittel.

Gabi Schneider und Lisa Bayerlein

„An der Vertreibung der Roma und Sinti aus den [deutschen] Städten nach 1945 kann man wieder sehr gut zeigen, wie sich die Mehrheitsgesellschaft ihr Feindbild selbst schafft, indem sie die Verhältnisse produziert, die dann dazu führen, dass die Menschen im Abseits und im Elend leben müssen. Am Ende bestätigt das wieder nur das eigene Bild.“

(Karola Fings, Historikerin, in Der lange Weg der Sinti und Roma, ARD/HR)